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KORG Musikant Magazin 03-2013

KORG MUSIKANT MAGAZIN Im Gespräch Matthias Reim 8 KORG MUSIKANT MAGAZIN Viele Menschen verbinden mit dem Namen Matthias Reim natürlich seinen Mega-Seller „Verdammt, ich lieb‘ Dich“, mit dem er in den 1990er Jahren zum Superstar der deutschsprachigen Musik wurde. Doch seine musikalischen Wurzeln liegen viel tiefer. Als 10-Jähriger gründet er seine erste Schülerband „Rhyme River Uni- on“ und kann damit erste kleine Erfolge verbuchen. Mit 13 bekommt er seine erste richtige Gitarre geschenkt und von diesem Moment hat ihn das Musikvirus fest im Griff. Vier Jahre nach dem Abitur ist – mit einem kleinen Umweg über die Universität – für Matthias Reim klar, dass die Musik auch sein Beruf werden soll. In dieser Zeit schreibt er Titel für Roy Black, Jürgen Drews und Bernhard Brink, bevor ihm dann 1990 mit „Verdammt, ich lieb´ Dich“ sein bisher größter Erfolg gelingt, die Scheibe verkauft sich fast 2,5 Millionen Mal. Mitte des Jahrzehnts flauen die Verkaufszahlen nach und nach ab. Doch da, wo andere in Drogen und Alkohol fliehen, nimmt Reim den Kampf an und veröffentlicht ab dem Jahr 2000 mehrere Alben, die sehr erfolgreich sind und von den Kritikern hochgelobt werden. Auch den Rückschlag der Privatinsolvenz nimmt er sportlich, kämpft weiter und löst seine finanziellen Probleme. Wie sich zeigt, hat sich dieser Kampf gelohnt, denn mit dem Album „Unendlich“, das er im Januar 2013 ver- öffentlicht hat, ist Matthias Reim mit der Single-Auskoppelung „Ein- samer Stern“ erneut ein Nr.1-Hit gelungen, wie er zu berichten weiß: „Wir haben mit dem Titel „Einsamer Stern“ neun Wochen die Charts an- geführt und den Air-Play-Rekord gebrochen.“ Dabei wollte Matthias Reim den Titel ursprünglich gar nicht mit auf das Album nehmen: „Meine Toch- ter hat mich dann davon überzeugt, dass der doch auf das Album gehören würde und ich bin sehr froh, dass sie Recht behalten hat.“ Der Erfolg von Matthias Reim mag auch in der Vielschichtigkeit seiner Musik liegen. In seinem Repertoire finden sich sowohl Rock-Songs aber auch reinrassige Schlager. „Musikalisch bin ich sehr weit aufgestellt und hier und da begebe ich mich auch gerne mal in die Technowelt. Letztlich verbindet aber alle meine Songs der typische Reim-Text.“ Authentisch sein und sich selbst treu bleiben Reim-Texte sind kleine Geschichten, bei denen es meistens um das Verständnis von Männern und Frauen geht. Die Ideen für seine Tex- te stammen aus der Realität, sind manchmal autobiografisch oder im Umfeld erlebt. „Ich bin ein sensibler Mensch und schaue, wie ich oder andere Menschen auf Situationen reagieren. Diese Beobachtungen schreibe ich dann auf und fasse sie in einem Text zusammen.“ Dabei braucht dieser Prozess oft nur wenig Zeit: „Wenn ich einen Fluss habe, sind solche Texte meistens in einer halbe Stunde fertig und ich muss dann kaum noch etwas daran ändern. Das sind dann eher Worte, die zu heftig sind, die ich noch mal korrigiere, aber manchmal bleiben die Ursprungswörter auch drin.“ Wichtig ist Reim, authentisch zu bleiben. „Ich erlebe das oft bei ande- ren Textern, dass sie versuchen, nach etwas anderem oder anderen Künstlern zu klingen. Aber am Ende musst du dir selber treu bleiben und solltest nicht versuchen, aktuellen Trends nachzuhecheln oder überhaupt Themen zu behandeln, in denen man sich nicht wohl fühlt.“ Beim Song-Writing vertraut Matthias Reim auf die Arbeit im Team: „Es gibt ein Autorenteam, das mir bei meinen Songs hilft. Da ist zum Beispiel Joachim Horn-Bernges zu nennen, der sich gut in andere Menschen he- reinversetzen kann und mir im kreativen Prozess zur Hand geht.“ Seine Songs entstehen meistens aus dem Spielen heraus: „Ich habe meine Gitarre oder ein Keyboard und spiele vor mich hin. Dabei kommt dann oft eine Akkordfolge oder eine Melodie heraus. Ab und zu habe ich dann sogar eine Textzeile im Kopf, aber oft singe ich erst Mal auf „Bla-Bla-Englisch“ irgendetwas dazu. Diese Grundidee nehme ich auf meinem iPhone auf und gehe dann ins Studio, wo ich mit Synthies ein erstes Layout mit Drums und Groove mache. Darauf fange ich dann an zu texten, denn ich brauche immer die musikalische Atmosphäre, um zu texten. Ich lasse das dann so lange laufen und singe dazu, bis sich gute Passagen herauskristallisieren. Sobald ich diesen Punkt erreicht habe, mache ich weiter. Das ist wie bei einem Computerspiel, das will man dann auch irgendwann zu Ende spielen und die Spielaufgabe lö- sen. Natürlich sind solche Momente nicht immer gegeben, aber du kannst sie begünstigen, indem du einfach spielst, aktiv bist und dann entstehen zwangsläufig Ideen. KORG einschalten und loslegen Bei diesen Arbeiten kommt auch ein Pa3X MUSIKANT zum Einsatz. „Ich arbeite schon immer mit KORG, ich glaube mein allererster Synth war ein MS10, den konnte ich mir damals leisten. In den Schulferien habe ich mir das Geld dafür an einer Tankstelle verdient, denn für mein Vier- spurstudio brauchte ich den einfach, der hat mich schon sehr inspiriert. Ich hatte zu der Zeit noch einen ARP Odyssey, den ich über ein Fußpedal mit dem MS10 verbunden hatte. Ich stand dann auf der Bühne mit einer Doppel-Hals-Gitarre, hab gesungen und mit den Füßen noch die Synths bedient. Das war schon sehr schräg. Aber trotzdem hat man mit Schrau- ben und Ausprobieren viele gute Sachen hinbekommen. Dann kam ein Poly 61 dazu und danach die M1, die mich sehr, sehr lan- ge begleitet hat. Auch eine Wavestation hab ich mir in den 1990ern ge- kauft. Diese ganzen Wave-Sequenzen waren ja der Hammer. Die haben Zurück auf Platz 1 mit KORG

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