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KORG Musikant Magazin 03-2013

Im GesprächMatthias Reim 11KORG MUSIKANT MAGAZIN Release-Konzert „Unendlich“ (23.01.13 in Berlin) habe, mit der ich weiterarbeiten kann. Sobald ich damit fertig bin, geht das je nach Song an Thorsten Brötzmann oder Louis Rodridguez, meine beiden Produzenten. Wir sind mittlerweile so gut aufeinander eingestimmt, dass das reibungs- los abläuft. Die rufen mich dann schon mal an und wollen noch eine Ge- sangsspur für das Playback haben, aber das wars dann auch schon. Und wenn die beiden alles haben, fangen sie mit dem Mischen an.“ Für Matthias Reim bietet diese Arbeitsweise viele Vorteile: „Zum einen bekomme ich immer wieder einen distanzierteren Blick auf eine Produk- tion, wenn sie mal ein paar Tage bei mir aus dem Studio raus ist. Da höre ich sofort, an welchen Stellen noch mal etwas geändert werden muss und zum anderen bin ich auch beim Mischen nicht so der Schrauber und weiß es sehr zu schätzen, dass mir die beiden Jungs die ganzen Fragen über EQs und Effekte abnehmen. 12 Zuschauer und der Glaube daran, dass es wieder nach oben geht Auf dem neuen Album covert Matthias Reim auch einige Songs aus DDR-Zeiten. „Das hat viel damit zu tun, dass ich eine Menge Fans in den neuen Bundesländern habe und auch mein Karrierecomeback vor gut zehn Jahren genau da gestartet ist. Anfang 2000 ging bei mir ein- fach gar nichts mehr. Ich kann mich noch gut an ein Konzert in Dres- den erinnern, bei dem wir vor 12 Leuten gespielt haben. Aber da muss man als Musiker einfach durch, an sich glauben und das war auch der Punkt, an dem ich mir Hilfe holte und Mitarbeiter suchte, die mir Auf- gaben abgenommen haben, die mich motivierten und die mich unter- stützt haben, dass ich den schönsten Beruf der Welt weitermache, an mich glauben und nie die Hoffnung verloren haben, dass es vielleicht der falsche Weg sein könnte. Am Ende hatte ich immer den Glauben, dass es wieder nach oben geht.“ Und natürlich hat Matthias Reim auch für 12 Zuhörer alles gegeben. „Das hat mir aus heutiger Sicht sehr viel gebracht, denn wenn du da durch bist, kannst du alles schaffen und für die 12 war es ein ganz besonderes Konzert. Mich hat vor kurzem noch mal jemand darauf angesprochen, der dabei war und für den das immer noch im Gedächtnis ist. Schön war, dass meine Karriere dann auch im Osten wieder Fahrt aufgenommen hat, was vermutlich auch daran liegt, dass die Menschen dort ganz an- ders mit deutschsprachigen Liedern umgehen und viel offener sind. Zu Zeiten, als ich in Stuttgart oder Hamburg vielleicht 800 Leute in eine Halle gelockt habe, kamen in den neuen Bundesländern oft 8.000. „Verdammt, ich lieb‘ Dich“ - Fluch oder Segen? Ein Grund für den Erfolg beim Comeback dürfte sicher sein, dass Reim sich immer treu geblieben ist. Das hilft ihm noch heute: „Wenn du ak- tuell von Musik leben willst, musst du live spielen. Vor 30 Jahren gab es ja noch ein paar wichtige Musiksendungen, in die bist du mit neuen Titeln gegangen und dann liefen die Verkäufe fast wie von selbst. Heu- te gibt es kaum noch solche Sendungen, die ganze Promotion ist viel aufwändiger geworden, im Internet fällt es immer schwerer, auf sich aufmerksam zu machen. Insofern haben die Konzerte eine große Bedeutung für mich und ich spiele an die 60 bis 65 Live-Konzerte im Jahr. Dazu kommen noch 30 bis 35 Kurzauftritte in Clubs wie dem Oberbayern auf Mallorca.“ Fragt man Matthias Reim, ob sein Mega-Seller „Verdammt, ich lieb‘ Dich“ für ihn eher eine Belastung oder ein Glück ist, antwortet er: „Das ist der Segen meines Lebens, weil der Song so generationsverbindend ist. Damit bekomme ich jeden. Und wenn irgendwann mal überhaupt keine Tonträger mehr verkauft werden sollten, könnte ich mit dem Song immer noch 1 bis 2 Mal im Monat auftreten und davon leben. Ge- rade diese Langfristigkeit ist klasse, denn an den Punkten, wo der ers- te Hype um mich abgeflacht ist, da blieb der Song bestehen.“© EMI Music Germany // Fotograf: Olaf Heine

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