
Flexible Oszillatorsektion
Der R3 hat zwei Oszillatoren pro Klang. Für Oszillator 1 (OSC1) stehen sieben Wellenformen zur Wahl sowie die Möglichkeit, ein externes Audiosignal vom AUDIO INPUT 1 und 2 zu bearbeiten. Die grundlegenden „Analog“-Wellenformen können per „Cross Modulation“, im „Unisono“-Modus oder mit VPM („Variable Phase Modulation“) noch mächtig verbogen werden. Oszillator 2 (OSC2) bietet vier Wellenformen und kann u.a. für Modulationszwecke (Sync, Ringmodulation) genutzt werden, was für analog klingende Sounds besonders wichtig ist. Der Rauschgenerator (NOISE) erzeugt weißes Rauschen, mit dem sich auch Atem- oder Windgeräusche simulieren lassen. Die Sägezahn- und Pulswelle verwenden die gleiche Struktur wie jene des Analog-Synthesizers AL-1, der z.B. im OASYS von Korg zum Einsatz kommt. Selbstverständlich enthalten diese Wellenformen keine Spur von „Aliasing“, so dass im Diskant keine unerwünschten Klangartefakte auftreten können.*
* Ausnahmen: Sägezahn- und Pulswelle von Oszillator 1 (im „Unison MOD“-Modus) und Rechteckwelle von Oszillator 2.
Oszillator 1:
Wellenformen: Saw, Pulse, Triangle, Sine, Formant, Noise, DWGS, Audio In
Modulation: Wellenform, „Cross“, Unisono, VPM
Oszillator 2:
Wellenformen: Saw, Square, Triangle, Sine
Modulation: Ring, Sync, Ring+SyncZwei
Zwei Filter mit flexiblem Routing
Der R3 enthält zwei resonanzfähiger Filter, die in Serie, parallel oder für beide Oszillatoren separat genutzt werden können. Filter 1 beruht auf einer stufenlosen Multimode-Struktur, die sogar Zwischenformen von LPF, HPF und BPF erlaubt. Filter 2 ist mit mehreren Charakteristiken ausgestattet, darunter ein Kammfilter mit „Boost“-Funktion, der die gezielte Übersteuerung bestimmter Obertöne erlaubt.
Verstärker mit ‘Wave Shaping’ und viel ‘Drive’
Mit der „Drive“-Schaltung lassen sich einerseits die für Analog-Synthesizer typische Verzerrung und andererseits neue Obertonstrukturen erzeugen. Die „Wave Shaping“-Schaltung bietet zwölf verschiedene Bearbeitungsmöglichkeiten, darunter „Hard Clipping“, eine gezielte Verschlechterung der Klangqualität und die Nutzungsmöglichkeit als Sub-Oszillator für die Programmierung völlig neuartiger Sounds. Die „Drive/Wave Shaping“-Schaltung kann sich wahlweise vor oder hinter dem Verstärker sowie vor Filter 1 befinden. Mit „Punch Level“ lässt sich bei Bedarf der Noteneinsatz hervorheben, damit jeder musikalische „Hieb“ voll ins Schwarze trifft. Sie merken schon: Dieser Synthesizer schielt nicht nur in Richtung Vergangenheit.
Hüllkurven und LFOs mit immensem Variationspotenzial
Pro Klang stehen analog-typisch drei ADSR-Hüllkurven zur Verfügung. Außerdem sind zwei LFOs für zyklische Modulationen am Start. Dank der hochwertigen Komponenten dieses Synthis lassen sich endlich auch perfekt „rund laufende“ Vibrato-, Wah- und Tremolo-Effekte erzielen.