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Mehr als 40 Millionen Alben weltweit! Die meisten Künstler können von so etwas nicht einmal träumen. Für die R’n’B/HipHop-Primadonna Beyoncé Knowles ist es aber wohl erst der Anfang. Beyoncé kennen die meisten als Gründerin und Song-Hauptlieferantin von ‘Destiny’s Child’.
Der Erfolg dieser Frau ist vor allem dem Umstand zu verdanken, dass sie (hihi) im Akkord arbeitet und sich dabei auf schlagkräftige Mitstreiter verlässt. Was nicht heißen soll, dass ihre anderen Aktivitäten lautlos verpuffen. 2001 bat MTV sie, die Rolle der Carmen in dem gleichnamigen Fernsehfilm zu spielen. Das Ganze nannte sich eine „Hip Hopera" (und beruhte auf der im 19. Jahrhundert von dem Franzosen Georges Bizet komponierten Oper). 2002 übernahm Beyoncé den Part der Foxxy Cleopatra in dem Austin Powers-Film „Goldmember". Ihr Partner war dort Mike Meyers. Nur wenig später spielte sie an der Seite von Cuba Gooding Jr. die Lilly in „The Fighting Temptations". Und 2003 räumte Beyoncé bei den MTV Awards ab: „Best Female Video", „Best R’n’B Video", „Best Choreography". Hinzu kam der „Vibe Award" für die „Coolest Collaboration".
Beyoncés erste Solo-Album („Dangerously in Love") wurde sofort mit einem Grammy ausgezeichnet, was wohl auch der Zusammenarbeit mit Leuten wie Jay-Z, Missy Elliot und Luther Vandross zu verdanken war. Wie auch immer: Für ihr Album wählte sie ihre Mitstreiter mit Bedacht. Alles große Könner. Und für die Tournee? Die wird von Joe ‘Flip’ Wilson, Luke Austin und Jeff Motley bestritten. Logo, dass wir uns die Gelegenheit nicht nehmen ließen, etwas mehr über diese Jungs in Erfahrung zu bringen. Den Gig hätten wir nämlich auch gern gehabt… Aber Spaß beiseite: Gefragt haben wir vor allem nach dem Gerätepark.
Seid ihr musikalisch vorbelastet?
JOE: Nun, ich stamme aus Newark, NJ, wo sich ziemlich viele begnadete Musiker tummeln. Musikunterricht habe ich zwar nie gehabt, aber ich habe mir ein paar Bücher gekauft und zu Hause fleißig geübt. Nach dieser Tour will ich unbedingt eine Schule besuchen, weil ich Filmmusik schreiben und spielen möchte. Dafür muss man aber Noten lesen können!
LUKE: Als ich sieben wurde, ging ich zum Klavierunterricht. Und das habe ich bis zu meinem 14. Lebensjahr durchgehalten. Danach spielte ich nur noch nach Gehör. Und so ging es dann weiter
JEFF: In meiner Familie sind alle Musikmuffel. Trotzdem kaufte mein Vater eines Tages eine Orgel. Von uns fünf Kindern war ich der einzige, der sich wirklich dafür begeistern konnte. Die Inspiration holte ich mir bei anderen Musikern in der Nachbarschaft. Später spielte ich dann in den örtlichen Clubs, bekam ein paar Angebote für R’n’B-Projekte und bin nun seit circa 1993 dabei. Nach und nach lernt man dabei eine Menge Leute kennen.
Dieses ist wahrscheinlich nicht euer erstes Projekt…
JOE: Ich habe ziemlich viele Aufnahmen produziert und eingespielt: Die erste Dru Hill-Single, „Tell Me“, „Miseducation Of Lauryn Hill“, „Full Moon“ von Brandy, „Inside Of You“ von Aaron Hall, Natalie Wilson und SOP Chorale, Trinity 57, Kirk Franklin u.v.a. Die anderen Namen erspare ich dir. Bisher habe ich wirklich Glück gehabt.
LUKE: Ich bin seit ungefähr zehn Jahren aktiv. Von Mary J Blige bis R. Kelly, von Puffy bis Teddy Riley – in gewissem Sinne bin ich seit 1995 pausenlos mit anderen Künstlern unterwegs.
JEFF: Ich habe vier Jahre mit Teddy Riley in einer Band namens „Blackstreet“ gespielt. Und die „Miseducation Of Lauryn Hill“-Tournee habe ich als Pianist und Synthesizermann bestritten. Außerdem habe ich mit Faith Evans, einer Gruppe namens „112“, dem Solokünstler Mario, dem Rapper Juvenile, R Kelly, Mary J Blige, Carl Thomas und natürlich Beyoncé gespielt.

Wie seid Ihr an den Beyoncé-Job gekommen?
JOE: Mein alter Freund Kern rief mich eines Tages an und wollte wissen, ob es mich reizen würde. Seit 1990 spielen wir gemeinsam für Künstler wie Teddy Riley und Guy, New Kids On The Block, Mary J Blige, SWV… und jetzt halt mit Beyoncé.
LUKE: Ich wurde vom musikalischen Leiter, Tom Brennan und Jeff (Motley) angeheuert. Sie sprachen übrigens beide gleichzeitig mit mir! Ich fühlte mich geehrt und war natürlich begeistert.
JEFF: Ab und zu machen wir schon Witze drüber: Luke und ich haben uns überlegt, uns nur noch im Doppelpack zu verkaufen. Beyoncés musikalischer Leiter rief mich an und fragte, ob ich Lust hätte. Hatte ich und habe ich immer noch.
Was gefällt euch am besten an dieser Tour?
JOE: Im Laufe der Jahre haben wir ja schon mit dem einen und anderen Künstler gespielt. Keiner ist jedoch so mit seiner Musik beschäftigt wie Beyoncé – sie überlässt rein gar nichts dem Zufall. Sie hat Talent und sieht zudem blendend aus. Da macht die Zusammenarbeit gleich noch mehr Spaß. Außerdem hat sie mich mit ein paar Arrangements für die Live-Versionen beauftragt. So etwas bringt noch einen extra (musikalischen) Lustgewinn. Ganz am Anfang der Show darf ich sogar das Solo von „Me, Myself and I“ spielen. Unterwegs boten sich dann noch zahlreiche Gelegenheiten, mit anderen tollen Musikern zu spielen.
LUKE: Außerdem ist es toll, dass man mit Musikern spielen kann, die man schon lange kennt.
JEFF: Ich will nicht unerwähnt lassen, dass ihre Produktion und das Show-Konzept einsame spitze sind. Die Bühne war z.B. riesig – richtig megamäßig, mit Video und allem drum und dran. Wir haben zwar alle relativ viel Live-Erfahrung, aber diese Mammutproduktion übertraf dann doch alles, was wir schon kannten. Zudem ist sie ein großartige Sängerin und Unterhalterin. Spannend fand ich ferner, dass Luke, Joe und ich uns selbst überlegen mussten, wer jeweils welchen Part übernimmt. In den meisten Songs kam das Klavier nur sehr dezent zum Einsatz, dafür aber umso mehr Solo-Einwürfe und „Hits“. Das zu dritt auf den Punkt zu bringen, hat eine Menge Spaß gemacht.
Drei Tastieros auf einer Bühne – wer macht da was?
JOE: Nun, jeder spielt jeweils einen Part des betreffenden Songs: Einer Rhodes, der zweite die Streicher und der dritte die Verzierungen. Manche Sachen wurden auch gedoppelt, z.B. ein Streicherpart, wobei dann einer einen „Legato String“-Klang und der andere „World Strings“ spielt, was den Sound fetter macht. Irgendwie ist es das gleiche wie die Rollenverteilung zwischen dem Rhythmus- und Sologitarristen. R’n’B- und Pop-Songs werden immer aufwändiger arrangiert, so dass drei Keyboarder gewiss kein Luxus sind!
LUKE: Stimmt genau. Manchmal spielen wir zwar das gleiche Instrument, aber unterschiedliche Parts. Beispiel: In bestimmten Songs spielen sowohl Joe als auch Jeff einen Streicherpart, wobei der eine dann die hohe Stimme übernimmt und der andere die Akkorde. In anderen Fällen spielen Jeff und ich die Streicherparts… oder Joe und ich. Es wechselt ständig, je nachdem, was wir bei den Proben vereinbart haben. Jedenfalls ist Joe unser Solo-Mann, während ich mich eher um die Flächen kümmere. Ich spiele also die Akkorde und Jeff ist der Mann für die Streicher und Blechbläser. Selbstverständlich sind das unterschiedliche Parts. Manchmal spielen wir aber auch alle dasselbe – und das klingt dann wie ein großes Orchester.
Ihr arbeitet alle mit einem Triton Studio. Warum gerade der Triton??
JOE: Nun, ich finde KORG-Instrumente in der Regel besser als Konkurrenzprodukte. Die Tastatur fühlt sich sofort vertraut an. Außerdem ist der Triton Studio ungemein anwenderfreundlich. Meine ersten Sounds habe ich z.B. ganz ohne Bedienungsanleitung editiert. Außerdem wirken die Klänge sehr authentisch. Ich glaube nicht, dass heutzutage noch Produktionen ohne KORG-Instrumente gefahren werden. Bei mir sind sie jedenfalls ständig im Einsatz. Und verlässlich sind sie obendrein.
LUKE: Ich mag die Streicherklänge des Triton Studio. Wann immer ich im Studio bin, rate ich zur Verwendung ihrer Orchesterklänge. Die Streicher und Blechbläser der Triton Studio sind einfach erste Wahl. Auch das druckempfindliche Display ist stark, weil man alles sofort erreicht. In der Regel beschäftige ich mich nicht mit den technischen Aspekten der Programs usw. Das überlasse ich Jeff. Ansonsten läuft alles wie am Schnürchen. Mit einem Triton kann ich jedenfalls schneller arbeiten als mit anderen Synthis.
JEFF: Viele R’n’B-Sachen sind bekanntlich relativ Synthi-lastig. Ich bin da der Orchesterfritze. Die KORG-Streicher sind sehr durchsetzungsfähig. Außer den Streichern gefallen mir aber auch die Soloklänge. Mit Streichern und Flächen liegt man bei KORG immer richtig. Das druckempfindliche Display, der Ribbon-Controller… es stimmt einfach alles. Auch die Editierfunktionen des Triton Studio sind spitze.
Ist der Triton Studio auch in den CD-Versionen von Beyoncé zu hören?
JOE: Beyoncé hat sowohl den Triton Studio als auch andere KORG-Instrumente verwendet. „Naughty Girl“ beruht z.B. auf den Programs A115 (Watcher Of The Sky) und A045 (Flute). „Baby Boy“ enthält die Sounds B083 (Indian Star) und C012 (Sine Switcher – ein Sound des Triton Classic, den Joe seinem Triton Studio implantiert hat). In „Yes“ wird A003 (Legato Strings) verwendet. Fast alle Synthi-Streicher der CD stammen von KORG… Den Rest erspare ich dir, weil die Liste eine ganze Seite füllen würde!